Begalen Wels - Rita rita
- Artikel-Nr.: 32028
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Der Bengalen Wels (Rita rita) ist ein imposanter, selten im Aquarienhandel erhältlicher Raubwels aus dem Ganges-Brahmaputra-System Südostasiens — ein echter Geheimtipp für erfahrene Großaquarianer. Mit seinem stromlinienförmigen, blaugrau schimmernden Körper, den markanten Barteln und seinem ruhig-würdevollen Auftreten setzt er in jedem Großbecken einen einzigartigen Akzent. Aufgrund seiner möglichen Endgröße von bis zu 150 cm ist er ausschließlich für spezialisierte Halter mit sehr großen Becken oder Teichen geeignet.
Rita rita gehört zur Familie der Bagridae (Knurpelwelse) und ist eine der faszinierendsten und seltensten Welsarten im Aquarienhandel überhaupt. Der Körper ist schlank, torpedoförmig und perfekt an das Leben in strömungsreichen Großflüssen angepasst. Die Grundfärbung ist ein charakteristisches Blaugrau bis Schiefergrau, das je nach Lichteinfall leicht metallisch schimmert; der Bauch ist deutlich heller, nahezu weißlich. Entlang der Flanken verläuft eine dezente, dunklere Zeichnung. Das Maul ist unterständig bis endständig mit mehreren Paaren ausgeprägter Barteln ausgestattet, die der Nahrungssuche am Grund dienen. Die Rückenflosse sitzt weit vorne und ist aufrecht und kräftig ausgeformt. In der Natur erreicht Rita rita Längen von bis zu 150 cm, Jungtiere im Handel sind typischerweise 6–10 cm groß. Die Art ist im Ganges-Brahmaputra-System weit verbreitet und kommt in Indien, Pakistan, Bangladesh und angrenzenden Gewässern vor — im Süden auch in der Region Bengalen, wovon sich der deutsche Handelsname ableitet. Sie ist zudem einer der bedeutendsten Speisefische der Region.
Für eine artgerechte Haltung ist aufgrund der enormen Endgröße ein sehr großes Aquarium ab 500 Litern für Jungtiere unbedingt erforderlich — ausgewachsene Tiere benötigen Becken im Teich- oder Schauaquariumsmaßstab. Das Becken sollte dem natürlichen Habitat entsprechend eingerichtet werden: feiner bis mittelgrober Sand oder gerundeter Kies als Bodengrund, große Steine und Wurzeln als Strukturelemente, zahlreiche Versteckmöglichkeiten und viel freier Schwimmraum in der Mitte. Eine gute Filterleistung und moderate Strömung sind wichtig, da Rita rita empfindlich auf organische Belastung und sauerstoffarmes Wasser reagiert. Bezüglich der Wasserwerte ist die Art erfreulich anspruchslos: pH 6,5–8,0, GH 5–20° dGH und Temperaturen zwischen 18 und 26 °C werden toleriert. Bemerkenswert ist die Salztoleranz der Art — Rita rita wird gelegentlich in leicht brackigen Gewässern angetroffen und soll zeitweise sogar Meerwasser ertragen können.
Rita rita ist ein ausgeprägter Raubfisch und ernährt sich in der Natur fast ausschließlich karnivor von Fischen, Wirbellose, Insektenlarven und organischem Detritus. Im Aquarium nimmt die Art hochwertiges Frostfutter wie Fischstücke, Muschelfleisch, Garnelen, Tintenfisch und ganze Futterfische sehr gerne an. Qualitativ hochwertige Welsformulierungen (Tabletten, Sticks) werden ebenso akzeptiert. Die Fütterung erfolgt bevorzugt in den Abend- und Nachtstunden, da Rita rita dämmerungs- und nachtaktiv ist. Jungfische werden zweimal täglich in kleinen Portionen gefüttert, ausgewachsene Tiere genügsamer — zwei- bis dreimal pro Woche reicht bei adulten Exemplaren aus. Pflanzliche Kost wird in der Regel ignoriert.
Rita rita ist gegenüber Artgenossen und zu großen Fischen grundsätzlich friedlich, zeigt als Jungfisch sogar ein ausgeprägtes Sozialverhalten und schätzt Gesellschaft von Artgenossen. Kleinere Fische, die ins Maul passen, werden jedoch als Beute betrachtet und gefressen — die Vergesellschaftung muss daher gut durchdacht sein. Geeignete Mitbewohner sind gleich große oder deutlich größere, robuste Großfische wie Pangasius, Barramundi-Arten oder kräftige Cichliden. Die Zucht im Aquarium ist praktisch nicht möglich, da die Geschlechtsreife erst bei einer Körperlänge von ca. 30 cm einsetzt und für die Fortpflanzung weiträumige Flussbedingungen erforderlich sind, die im Heimaquarium nicht realistisch nachzubilden sind.
Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name: | Rita rita (Hamilton, 1822) |
| Deutscher Name: | Bengalen Wels |
| Schwierigkeitsgrad: | 4 - Expertenniveau |
| Herkunft/Verbreitung: | Indien, Pakistan, Bangladesch; Ganges-Brahmaputra-System, große Tieflandflüsse |
| Färbung: | Blaugrau bis schiefergrau, metallisch schimmernd; Bauch hellgrau bis weißlich; dezente dunklere Längszeichnung entlang der Flanken; transparente Flossen |
| Alterserwartung: | 15–20 Jahre (artgerechte Haltung) |
| Wasserparameter: | GH 5°-20° dGH, KH 3-12° dKH, pH 6,5-8,0, Temperatur 18°-26° C |
| Beckengröße: | ab 500 l (für Jungtiere); ausgewachsene Tiere benötigen Teich- oder Schauaquariumsmaßstab |
| Futter: | Karnivor; Fischstücke, Muschelfleisch, Garnelen, Frostfutter, hochwertige Welstabletten |
| Zucht: | Im Aquarium nicht möglich; Geschlechtsreife ab ca. 30 cm Körperlänge |
| Verhalten: | Gegenüber gleich großen Fischen friedlich; kleinere Fische werden als Beute betrachtet; nachtaktiv, scheu |
| Gruppengröße: | Einzeltier oder kleine Gruppe als Jungtiere |
- Artikel-Nr.: 32028













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