Medusa Schmerle - Serpenticobitis octozona
- Artikel-Nr.: 23355
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Die Medusa Schmerle (Serpenticobitis octozona) ist eine faszinierende und noch verhältnismäßig seltene Schmerlenart aus dem Mekong-System Südostasiens — mit ihren 8 markanten schwarzbraunen Querbändern auf cremefarbenem Grund, den gepunkteten Flossen und dem charakteristischen Schwanzfleck ein echter Eyecatcher für das naturnahe Strömungsaquarium. Besonders beeindruckend ist ihre Fähigkeit, sich mit dem Saugmaul an senkrechten Oberflächen festzuhalten, sowie ihr ausgeprägtes Sozialverhalten mit Rangordnung und Kommunikation über Knacklaute. Ein dynamischer, lebhafter Gruppenfisch für erfahrene Aquarianer mit Vorliebe für ungewöhnliche Charaktertiere.
Serpenticobitis octozona, im Handel als Medusa Schmerle oder Achtringe-Schmerle bekannt, gehört zur monotypischen Familie Serpenticobitidae und ist damit eine der systematisch interessantesten Schmerlenarten überhaupt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Mekong-Einzugsgebiet in Laos, Thailand und Kambodscha, wo sie schnell fließende, sauerstoffreiche Bäche und Flussabschnitte mit steinigem Untergrund bewohnt. Der Name octozona verweist auf ihre namensgebenden acht breiten, dunkelbraunen bis schwarzen Querbänder auf cremefarbenem bis hellbeigem Grundkörper — ein kontrastreicher, eleganter Zeichnungstyp, der in Verbindung mit den fein gepunkteten Flossen und dem markanten schwarzen Fleck an der Schwanzwurzel ein einzigartiges Erscheinungsbild ergibt. Der Körperbau ist zylindrisch und für Schmerlen vergleichsweise gedrungen, der Kopf klein mit drei Bartelpaaren und den gattungstypischen aufstellbaren Unteraugendornen. Weibchen sind etwas rundlicher und fülliger als die schlanker gebauten Männchen.
Für die artgerechte Haltung empfiehlt sich ein gut eingefahrenes Aquarium ab 100 Litern mit einer Mindestlänge von ca. 80 cm. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder gerundetem Kies bestehen — die Tiere durchwühlen ihn aktiv auf der Suche nach Kleinstlebewesen. Rundliche Steine in verschiedenen Größen simulieren den natürlichen Flusslauf und bieten gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten; Wurzeln und Tonröhren ergänzen die Einrichtung ideal. Wichtig sind eine gute Filterleistung und ausreichend Strömung sowie ein hoher Sauerstoffgehalt — die Heimatgewässer dieser Art sind stets klar und sauerstoffreich. Huminstoffe durch Schwarzwasserzusätze oder Seemandelbaumblätter erhöhen das Wohlbefinden zusätzlich. Das Wasser sollte weich und leicht sauer sein (pH 6,0–7,0, GH 5–12° dGH, Temperatur 22–25 °C); gegenüber Wasserwerten sind die Tiere jedoch vergleichsweise tolerant. Wöchentliche Wasserwechsel von 30 % sind Pflicht. Da die Art vor allem in der Dämmerung und Nacht aktiv ist, sollte grelles Licht vermieden oder durch Schwimmpflanzen gedämpft werden. Ein eng schließender Deckel ist wichtig, da die Tiere springen können.
Die Medusa Schmerle ist ein Allesfresser mit deutlich karnivoter Präferenz: In der Natur ernährt sie sich von Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebsen, Schnecken und organischem Detritus; Algenaufwuchs wird gelegentlich ebenfalls abgeweidet. Im Aquarium werden Frostfutter wie rote Mückenlarven, Tubifex und Artemia sehr gerne angenommen; hochwertiges Softgranulat rundet den Speiseplan ab. Da die Art überwiegend bodenorientiert frisst, sollte das Futter kurz vor dem Abdunkeln des Beckens angeboten werden, damit die dämmerungsaktiven Tiere nicht von schnelleren Mitbewohnern beim Fressen verdrängt werden. Trockenfutter von der Oberfläche wird in der Regel nicht angenommen.
Serpenticobitis octozona ist ein ausgeprägtes Gruppentier, das niemals einzeln gehalten werden sollte — Gruppen ab 5–6 Tieren sind ideal und ermöglichen die Beobachtung des faszinierenden Sozialverhaltens mit dynamischer Rangordnung und — laut Berichten — sogar Kommunikation über Knacklaute. Bemerkenswert ist zudem die einzigartige Fähigkeit, sich mit dem modifizierten Saugmaul an senkrechten und überhängenden Oberflächen festzuklammern, um sich in starker Strömung fortzubewegen. Gegenüber anderen friedlichen Fischen der mittleren und oberen Beckenregion — wie Salmlern, Bärblingen, Danios oder Rasboras — ist die Art friedlich. Mit Schnecken und Muscheln ist eine Vergesellschaftung möglich, wenngleich kleine Schneckenarten gefährdet sein können. Zwerggarnelen-Jungtiere können gefressen werden; Großkrebse sollten aufgrund von Revierkonkurrenz und der Gefährdung der kleinen Schmerlen gemieden werden. Die Zucht im Aquarium ist bislang sehr schwer und nur in wenigen Zufallsfällen dokumentiert.
| Herkunft: | Asien |
| Schwierigkeitsgrad: | 2 - Normal |
| Optische Wirkung: | interessante Körperform |
| Verhalten: | Aktiv |
| mit Fischen?: | Ja, mit friedlichen Fischen |
| Wasserwerte: | Weichwasser |
| Fischgruppe: | Schmerlen |
| Beckenregion: | Unten |
| Aquariengröße: | 100 l (ca. 80cm) |
| Ernährungsweise: | omnivor - Allesfresser |
| mit Zwergkrebsen?: | Nein |
| Bepflanzung möglich?: | Ja |
| mit Schnecken/Muscheln?: | Ja |
| mit Garnelen?: | mit Zwerggarnelen, Nachwuchs wird gefressen |
| Endgröße: | 4-8 cm |
| Besonderheit: | dynamisches Gruppenverhalten |
| mit Großkrebsen?: | Nein |
| Zucht: | schwer |
| Temperatur: | 22-25 °C |
Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name: | Serpenticobitis octozona (Roberts, 1997) |
| Deutscher Name: | Medusa Schmerle / Achtringe-Schmerle |
| Schwierigkeitsgrad: | 2 – Normal |
| Herkunft/Verbreitung: | Südostasien; Mekong-Einzugsgebiet (Laos, Thailand, Kambodscha); sauerstoffreiche Fließgewässer mit steinigem Untergrund |
| Färbung: | Cremefarbener bis hellbeiger Körper mit 8 markanten dunkelbraunen bis schwarzen Querbändern; gepunktete Flossen; auffälliger schwarzer Fleck an der Schwanzwurzel |
| Alterserwartung: | bis ca. 10 Jahre |
| Wasserparameter: | GH 5°–12° dGH, KH 1–8° dKH, pH 6,0–7,0, Temperatur 22°–25° C |
| Beckengröße: | ab 100 l (Mindestlänge ca. 80 cm) |
| Futter: | Omnivor, karnivor betont; Frostfutter (Mückenlarven, Tubifex, Artemia), Softgranulat, gelegentlich Algenaufwuchs |
| Zucht: | Schwer; nur wenige Zufallszuchten dokumentiert; vermutlich Laichwanderung stromaufwärts nötig |
| Verhalten: | Aktiv, dämmerungsaktiv; ausgeprägtes Sozialverhalten mit Rangordnung; kommuniziert über Knacklaute; kann sich an Glasscheiben festsaugen |
| Endgröße: | 4–8 cm |
| Gruppengröße: | Mindestens 5–6 Tiere |
- Artikel-Nr.: 23355













