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Die Top 5 Algenfresser

Woher kommen die Algen im Aquarium?

Ein absolut chemisch reines Aquarium ohne jede Alge existiert an und für sich nicht. Ein gewisser Anteil ist an und für sich in jedem Becken vorhanden, nicht immer gewinnen diese aber auch die Oberhand, sodass das Aquarium nur noch nach Kraut und Rüben aussieht. Algen gehören zum Biosystem eines Aquariums dazu. Sie entstehen vorwiegend aufgrund von Nährstoffungleichgewichten im biologischen Haushalt des Aquariums. Das können sowohl Mängel oder Überschüsse in der Versorgung mit Nitrat, Phosphat, Eisen oder anderen Mikro- und Makronährstoffen sein, aber auch die Beleuchtung oder die Versorgung mit Kohlenstoffen (CO2), ein zu hoher Fischbesatz oder eben eine eher spärliche Bepflanzung.  Um diesen Faktoren effektiv zu begegnen, ist es sinnvoll, die Wasserwerte regelmäßig zu messen und gegebenenfalls ein paar Stellschrauben neu zu justieren, um der Sache entgegen zu kommen. Grundsätzlich wäre es empfehlenswert, den Ursachen für Algen im Aquarium auf den Grund zu gehen, damit sie kein dauerhaftes Problem darstellen. Auch wenn Fische hier für schnelle Abhilfe sorgen können, sollte dennoch nicht vergessen werden, dass sie nicht nur die „Putzerfische“ mit Funktion im Aquarium darstellen, sondern ebenfalls ein paar Bedürfnisse haben, die auch nach einer akuten Algenplage erfüllt werden wollen. Diese Fische, die in der Lage sind, unterstützend einzuwirken, schauen wir uns in diesem Beitrag etwas genauer an.

Die Siamesische Rüsselbarbe (Crossocheilus siamensis)

Man könnte die Siamesische Rüsselbarbe auch als „alten Hasen der Aquaristik“ bezeichnen, denn aus dem Standard-Repertoire ist sie eigentlich nicht mehr wegzudenken. Und das zu Recht! Sie verfügt über einen langgestreckten Körper und kann bis zu 15 cm lang werden und stammt ursprünglich aus Asien. Vom Verhalten ist sie sehr friedlich und lässt sich auch prima mit anderen Fischen vergesellschaften, dennoch möchte sie auch mit ihresgleichen gepflegt werden: mindestens 5 Kumpel ab 180 Liter sollten es dann schon sein. Auffällig ist vor allem ihr großartiger Appetit auf Fadenalgen und Pinselalgen und sogar auf Planarien! Dabei lässt sie gesunde Pflanzen in Ruhe, es kann aber sein, dass sie mal an den Pflanzenspitzen herum pickt. Sind nicht mehr genügend Algen vorhanden, kann man ihr aber auch welke Salatblätter, Algenblätter, Welschips und Gemüse wie Zucchini, Kürbis oder Paprika anbieten.

Der Ohrgitter Harnischwels (Otocinclus sp.)

Dieser kleine Wels ist häufig einer der ersten Fische, die für das neue Aquarium vorgeschlagen werden. In der Gruppe mit 5-6 Kumpels gepflegt fühlt er sich bereits ab 54 Litern wohl. Im Prinzip ist diese Empfehlung richtig, denn der „Oto“ futtert mit Vorliebe Algen und die bilden sich in und nach der Einlaufphase eines neuen Aquariums so gut wie auf jeden Fall. Allerdings sind auch diese nur begrenzt vorhanden, selbst wenn es nicht den Anschein hat, sodass der kleine Kamerad schon bald zu gefüttert werden muss, wenn er keine Algen mehr von Dekorationen, Blättern oder den Scheiben herunter raspeln kann. Auch benötigt er Cellulose für seine Verdauung, weswegen er immer auch Wurzeln oder fasserreiche Kost wie zum Beispiel braunes Herbstlaub im Aquarium vorfinden sollte. Vor allem Biofilme und weiche Grünalgen, aber auch Kieselalgen findet der Otocinclus zum Fressen gut, härtere Algen wie Pinsel- oder Fadenalgen futtert hingegen eher nicht. Als „Erste Hilfe“ leistet er einen guten Job, dennoch sollte darauf geachtete werden, dass dieser Pflanzenfresser auch darüber hinaus sein Gemüsebuffet in Form von Zucchini, Spinat, Brennnesseln, Falllaub oder Wels Tabletten bekommt.

Der Netz-Pinselalgenfresser (Crossocheilus reticulatus)

Pinselalgen, wenn man sie denn einmal hat, können unglaublich nervig werden. Effektive Hilfe schafft hier der Netz-Pinselalgenfresser, bei dem der Name Programm ist. Meist schafft er sogar, was die chemische Keule oder Anti-Algenmittel nicht fertig bringen: nämlich die lästigen Pinselalgen loszuwerden. Mit seinem unbändigen Heißhunger auf das unliebsame Zeug lässt er sich in Weichwasser-Aquarien ab 150 cm Kantenlänge mit mindestens 6-7 Fischkumpel, lieber sogar noch mehr pflegen. Auch ansonsten ist er ein recht friedlicher Aquarienbewohner, der sich prima mit anderen Fischen wie Welsen, Lebendgebärenden, Skalaren, Salmlern und Barben vergesellschaften lässt. An gesunde Pflanzen vergeht sich der Netz-Pinselalgenfresser nicht, macht Pinselalgen dafür aber in Windeseile den Garaus. Daher muss er nach erledigter Arbeit zugefüttert werden mit überbrühtem Gemüse oder Chips aus Zucchini, Paprika, Kürbis, lehnt aber auch ein Stück Salatgurke nicht ab.

Der Antennenwels (Ancistrus sp.)

Oft hat er viele unterschiedliche Kosenamen, der „Scheibenknutscher der Aquaristik“- und die hat der putzige Kerl auch zu Recht! In der Nominatform ist der Antennenwels blau, bzw. schwarz, es gibt aber auch die goldene Albino Form von ihm. Der Antennenwels ist ein effektiver Algenfresser, der sich anderenfalls rein vegetarisch ernährt, von Futterresten mal abgesehen. Mit seinem unterständigen Saugmaul raspelt er Beläge und Algen von allen harten Untergründen im Aquarium ab und hält es dadurch sauber und algenfrei. Auch wenn er sonst eher nachtaktiv ist, lässt er sich durchaus auch tagsüber mal blicken. Weil er fast 14 cm Körperlänge erreicht, sollte sein Aquarium mindestens eine Kantenlänge von 80 cm haben. Dabei kann er sogar bis zu 19 Jahre alt und ist also ein langjähriger und treuer Familienfisch.  Er kann einzeln oder paarweise gepflegt werden und verträgt nahezu alle Wasserwerte. Damit er sich aber wirklich wohl fühlt benötigt er Verstecke im Aquarium, dazu eignen sich schon umgedrehte Blumentöpfe oder auch Kokosnussschalen, aber auch Welshöhlen aus Keramik. Findet der Antennenwels nicht mehr genügend Algen sollte er auf jeden Fall zu gefüttert werden. Das kann man mit Welstabletten oder vegetarischen Futterchips machen, er lehnt aber auch braunes Herbstlaub sowie überbrühtes Gemüse oder auch Gemüsechips, Spinat, Erbsen oder Löwenzahn nicht ab. Wichtig ist in jedem Fall, dass er genügend Fasern vorfindet, die er von echtem Holz wie beispielsweise Moorwurzeln abraspeln kann, denn diese benötigt er für die Verdauung.  Der friedfertige Ancistrus lässt sich wunderbar mit anderen Garnelen, Schnecken und Fischen vergesellschaften.

Die Saugschmerle (Gyrinocheilus aymonieri)

Auch wenn sie sich eher für größere Aquarien ab 450 Litern eignet, ist die Saugschmerle eine höchst effektive Sauberfrau, wenn es um Algen geht. Mit einer Endgröße von fast 25 cm sollte man sich ihre Anschaffung aber wirklich genau überlegen. Noch dazu erreicht sie ein stolzes Alter von mehr als 20 Jahren und ist damit ein wirklich treuer Mitbewohner, der dauerhaft das Aquarium pflegt. Wichtig ist für diesen „Putzerfisch“, dass er Strömung im Becken vorfindet und außerdem Wurzeln oder gegen Umfallen gesicherte Steinbauten, weil sie manchmal auch zum Umgestalten und Buddeln neigt. Ebenfalls ist die Saugschmerle eine loyale und treue Kameradin, die Wert auf ihre Gruppe legt, deswegen sollte sie bei Einzug am besten direkt 7 gleiche Freunde mitbringen, damit sie sich wohlfühlt und nicht zum Ekelpaket wird- denn Charakter hat sie auf jeden Fall- und den lebt sie vor allem mit ihresgleichen aus, was zum beeindruckenden Spektakel wird. Jüngere Tiere sind dabei noch etwas anschmiegsamer als ältere, die zunehmend eigene Reviere besetzen. Saugschmerlen heißen aber nicht ohne Grund so. Sie stammen aus strömungsreichen gebieten, in denen sie sich mit ihren Saugmäulern an Oberflächen festsaugen, ohne dabei mitgerissen zu werden. Daher sollten sie auch nicht mit großflächigen Fischen wie zum Beispiel Diskus vergesellschaftet werden, da sie diese unter Umständen verwechseln könnten. Ansonsten sind sie friedfertig und können auch mit Zwerggarnelen zusammen leben. Saugschmerlen leben omnivor, fressen also neben Algen und Welstabletten auch Gemüse, wie Spinat, Gurke, Paprika, Kürbis und lehnen eine gelegentliche Fleischbeilage in Form von Mückenlarven, Artemia oder Grindalwürmern auch nicht ab. Wenn man ein wenig auf ihre Bedürfnisse eingeht, ist sie für viele Jahre eine klasse Aquarienbewohnerin.

Zum Abschluss

Ein algenfreies Aquarium ist also kein Buch mit sieben Siegeln, wenn man auf beschuppte Unterstützer setzt. Wie die meisten Zierfische im Aquarium sind auch diese Top 5 Algenfresser wunderbare Kameraden mit einem eindrucksvollen Verhalten und Aussehen, die noch dazu effektiv zur Reinigung des Aquariums beitragen und wesentlich mehr als „nur“ bloße Putzerfische darstellen. Richtig gepflegt und auf ihre Wünsche eingegangen sind die meisten von ihnen langjährige Begleiter, die man nicht mehr missen möchte.


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